JavaScript scheint momentan in Ihren Browsereinstellungen deaktiviert zu sein.
Bitte nehmen Sie eine Änderung dieser Einstellung vor und laden Sie die Webseite neu, um deren volle Funktionalität zu ermöglichen.

Chronik

Geschichtliches zu Bad Teinach-Zavelstein

Ersterwähnung der späteren kleinsten Stadt schon 1284

Entwicklungsgeschichte und Besitzverhältnisse legen es nahe, dass wohl die Grafen von Vaihingen um 1230 bis 1250 Erbauer der Burg, der Befestigung des Wohnplatzes und Gründer der Herrschaft Zavelstein gewesen sein dürften. Als Jahr der Ersterwähnung der späteren kleinsten Stadt Württembergs unter dem Namen „Zaphilstan“ wird im Ortslexikon des Landesarchivs Baden-Württemberg 1284 genannt.

„Siedlung im Anschluss an eine Burg, vielleicht schon des 12. Jahrhunderts“, halten die Verwahrer und Auswerter der Dokumente der Landesgeschichte sogar für möglich. Sie kommen weiter zu dem Ergebnis, dass die Burg im 13. Jahrhundert im Besitz der Grafen von Calw war. Dies passt durchaus zu den erwähnten Grafen von Vaihingen, denn sie waren eine Seitenlinie der Calwer.

Letzte Calwer Grafentochter eine Gräfin von Zavelstein

Die Tochter des letzten Calwer Grafen nannte sich Gräfin von Zavelstein und hatte diesen Besitz wohl als „Wittum“ – so der mittelalterliche Rechtsbegriff der Witwenversorgung – inne. Sie starb am 21. Februar 1284 auf der Burg Zavelstein als letzte Gräfin des Calwer Geschlechts. Verheiratet war sie mit dem Grafen Simon von Zweibrücken, der 1281 als Graf von Eberstein verstorben war.

Es folgten verschiedene Verkäufe und Verpfändungen: Über die Grafen von Berg-Schelklingen und die Pfalzgrafen von Tübingen im frühen 14. Jahrhundert kam Zavelstein 1345 an Württemberg, wurde aber gleich nach dem Kauf wieder an die Tübinger verpfändet, 1396 als Pfand in die Hände der von Straubenhardt und der in Berneck sitzenden von Gültlingen gegeben. Wieder ausgelöst wurde es wohl im 15. Jahrhundert.

Einen Abschnitt der wechselhaften Herrschaftsverhältnisse für den Ort stellt die Beschreibung für das Oberamt Calw von 1860 nach dem Tod der Gräfin von Zavelstein folgendermaßen dar: „Darauf kam die Oberhoheit über Z. an die Erben ihrer älteren Schwester, welche in erster Ehe an Graf Rudolf von Tübingen-Böblingen verheiratet war. [...] Der Urenkel obigen Rudolfs, Graf Wilhelm von Tübingen, [...] dessen älterer Bruder  Götz erst im J. 1342 von Paul von Gültlingen Burg und Stadt Zavelstein um 1.530 Pfd. erkauft hatte, überließ beides – ohne Zweifel im J. 1345 mit Calw selbst – an die Grafen Eberhard und Ulrich von Württemberg. Gleichwohl kam den 30. Dez. 1345 Zavelstein [...] wieder als Hauptunterpfand an den Verkäufer, für 5000 Pfd. Heller, welche Summe die Württemberger Grafen von der Erkaufung Calws dem Tübinger Grafen  Wilhelm noch schuldig waren.“

„Offenes Haus“ konnte 1367 Fluchtort für Eberhard II. werden

Verwicklungen durch Käufe, Verkäufe und Verpfändungen hin oder her, garantierte Graf Wilhelm von Tübingen den Württembergern die Feste Zavelstein als „offenes Haus“; sie durften die Burg bei Bedarf nutzen. Dies war 1367 für den Grafen Eberhard II. von Württemberg wichtig, als er beim „Überfall im Wildbad“ durch Teile der Martinsvögel – eines Schutzbündnisses Adeliger des 14. Jahrhunderts zur gegenseitigen militärischen Unterstützung – einen rettenden Zufluchtsort suchte.

Er fand diesen sicheren Unterschlupf nach dem geplanten Attentat im – nach Expertenmeinung damals unbefestigten – Wildbad auf sich und seine Familie nämlich auf der Burg Zavelstein. Dass er dadurch dem Ort wohlgesonnen gewesen sein mag, liegt auf der Hand. Dass damit aber die Stadterhebung zusammenhängt, wie sich teilweise bis heute in den Köpfen festgesetzt hat, ist nicht möglich. Denn wie ausgeführt, war ja das – im Gegensatz zu Wildbad – befestigte Zavelstein damals schon 25 Jahre Stadt!

 

Anfang des 17. Jahrhunderts baute der Burgherr Benjamin Buwinghausen die Burg zu einem Spätrenaissanceschlößchen um. Dieses wurde jedoch zusammen mit der Stadt 1692 zerstört. Die Einwohner bauten in den folgenden Jahren ihre Häuser wieder auf, die Burg blieb jedoch bis zum heutigen Tag eine Ruine. Der 28 Meter hohe Turm hat die Jahrhunderte unversehrt überstanden. Das wiederaufgebaute Städtle mit seinen 12 Häusern war mit ca. 250 Einwohnern bis zur Gemeindereform 1975 die kleinste Stadt Württembergs, zeitweise ganz Deutschlands.

 

Näheres der Geschichte von Bad Teinach-Zavelstein können Sie auch dem Heimatbuch, dass im Jahr 2011 erschienen ist, entnehmen. Dieses ist bei der Teinachtal-Touristik und im Rathaus erhältlich.

 

 

Burg Zavelstein
Burg Zavelstein

Die Heilquelle im Teinachtal soll der Sage nach durch einen Hirsch entdeckt worden sein und ist bis zum heutigen Tag nach dem König unserer Wälder benannt. Im 17. und 18. Jahrhundert wird Bad Teinach zum Lieblingsbad der württembergischen Herzöge. Herzog Eberhard Ludwig ließ um 1710 ein Palais als Sommerresidenz errichten. Mit großem Gefolge kamen die adligen Kurgäste ins Teinachtal, so zum Beispiel Herzog Carl Eugen im Jahr 1770 mit 326 Personen.

Auch für Unterhaltung war damals wie heute bestens gesorgt. In der herzoglichen Sommerresidenz Bad Teinach gab es neben den üblichen Kureinrichtungen ein Opernhaus und eine offene Reitbahn. Im Jahr 1835 wird Bad Teinach sogar königliches Bad. Der württembergische König Wilhelm I. ließ in den folgenden Jahren nach Plänen Thourets, des berühmten Baumeisters des schwäbischen Klassizismus, Badehaus, Trinkhalle und Bad Hotel errichten. Dieses Gebäudeensemble prägt bis auf den heutigen Tag das Kurzentrum.

Burg Zavelstein

Das traditionsreiche Bad Teinach und die Stadt Zavelstein wurden bei der Gemeindereform 1975 mit dem Erholungsort Sommenhardt und den Dörfern Rötenbach, Emberg, Schmieh und Kentheim zur Stadt Bad Teinach-Zavelstein vereinigt. 1983 konnte in Bad Teinach das völlig neu gestaltete Kurzentrum mit Mineral-Therme eröffnet werden. Zavelstein erhielt 1985 das Prädikat Luftkurort. Heute leben ca. 3000 Bürgerinnen und Bürger in der Stadt Bad Teinach-Zavelstein.

Seite drucken